Überlegt habe ich tatsächlich schon lange und es genauso oft wieder verworfen. In diesen Blog möchte ich verschiedenste Themen aufgreifen. Ich werde manches sehr allgemein für alle Katzen halten, aber auch viele Sachen thematisieren welche sich auf die Britisch Kurzhaar Katze bezieht.
In Zeiten wo es sehr einfach ist, Fehlinformationen zu verbreiten, erscheint es mir als sehr sinnvoll, gerade als Züchter der Rasse Britisch Kurzhaar aufzuklären. Ich werde in diesen Blog nichts verschönigen, werde kritisch mit Themen umgehen, sowohl was meine Katzenrasse betrifft, als auch mit Themen die nicht zur Rasse Britisch Kurzhaar gehören.
Wohl gemerkt, werden einige Beiträge meine eigene persönliche Meinung sein, dass möchte ich hier hervorheben.
Ich züchte seit 2012 die Rasse Britisch Kurzhaar, oder besser gesagt, im Jahr 2013 wurde mein erster Wurf geboren. Als ich anfing mit der Zucht, war natürlich auch ich mehr als nur naiv und dachte "So schwer ist es nicht" Ich suchte mir einen Züchter, kaufte meine erste Zuchtkatze, die bis heute auch als Kastrat bei mir lebt. Ich trat in einen Verein ein, suchte mir einen Namen für meine Zucht. Klingt alles gut, oder? Gab nur ein Problem...schon meine Zuchtkatze war nicht unbedingt das was man züchterisch in Erwägung ziehen sollte und das teilte man mir auch mit der ungeschminkten Wahrheit auf meiner ersten Ausstellung mit. Zurückblickend würde ich mir diese "ungeschminkte Wahrheit" der Richter damals, auch heute wünschen, denn manches würde vielleicht meiner Rasse besser tun. Aber wie Jungzüchter sind...wir versuchen es natürlich dennoch mit dieser Katze und zugegeben schenkte mir sie auch zwei entzückende Würfe. Dennoch war mir klar...wer ernsthaft züchten möchte, muss mehr tun, als süße, kleine Katzenbabys in die Welt zu setzen. Also ging es los....lernen, lernen, lernen. Meine Regale füllten sich mit Genetikbüchern, ich besuchte Ausstellungen ohne Katzen, um mich mit Züchtern und Richtern zu unterhalten, was manchmal gar nicht so leicht war, wie es sich anhört. Ich fing an Stammbäume förmlich zu studieren, schaute mir die Generationen an, wie sie mit welchen Partnern vererbt hatten, welche Auffälligkeiten gab es, welche sogenannten Linien, sollte man mit einer gewissen Skepsis betrachten, auch wenn das nicht heißt, dass man sie unbedingt meiden muss, aber wie verpaart man eben, um bestimmte Merkmale zu festigen, aber auch in Sachen Gesundheit, bestimmte Erkrankungen zu minimieren, denn eleminieren damit tu ich mich bis heute schwer, über diese Schwelle zu gehen, ob man das jemals schaffen wird zu 100%. Dieser Weg führte mich zu einigen sogenannten Altzüchtern, denen ich bis heute zu Dank verpflichtet bin, denn sie lehrten mich. Manches verstand ich nicht sofort. Ich weis noch wie mir eine Züchterin sagte "Janin, Zucht bedeutet eine Menge Verantwortung. Nicht nur deinen Katzen gegenüber, sondern auch deinen zukünftigen Nachzuchten. Alles schlechte was du in ein, zwei Jahren reinzüchtest, brauchst du 15 Jahre mindestens um es zu korrigieren." Und auch heute muss ich gestehen, sie hatte recht. "Nach besten Wissen und Gewissen" das war ein Satz den ich allerdings so verinnerlicht habe und an den ich mich heute auch noch halte, auch wenn das nicht bedeutet, dass man frei von Fehlern ist, denn das ist man nicht. Ich habe genügend Fehler in diesen Jahren gemacht, wenn auch keinen beabsichtigt und dennoch kam es dazu. Es war auch nicht immer schön, Zucht bedeutet eben nicht "süße kleine Katzenbabys", Zucht bedeutet manchmal auch Leid, Verlust, Tod. Zucht bedeutet auch Konsequenzen ziehen zu müssen, auch wenn man manchmal diese nicht möchte. Doch im Fokus muss immer das Wohl und die Gesundheit der Katze stehen und wir müssen uns immer unserer großen Verantwortung bewusst sein!


