HCM (Hypertrohe Kardiomyopathie) zählt auch heute noch zu der häufigsten Herzerkrankung bei Katzen. Ja, richtig gelesen...es betrifft alle Katzen und nicht, wie so oft behauptet wird, nur Rassekatzen.

Es handelt sich hier um eine Herzmuskelerkrankung, bei der sich der linke Herzmuskel außergewöhnlich verdickt. Dadurch bedingt kann weniger Blut aufgenommen werden und natürlich auch weiterbefördert. Durch die mangelnde Weiterbeförderung kommt es dazu, dass der Körper der Katze schlechter mit sauerstoffreichen Blut versorgt wird, auf der anderen Seite wird sauerstoffarmes Blut von der Lunge wegbefördert wird, gerade letzteres führt im späteren Stadium dazu, dass es zu Lungenödemen kommen kann.
Bei einigen Katzen kommt es zu einer Mitralklappeninsuffiziens, doch Vorsicht...eine Mitralklappeninsuffiziens bedeutet nicht gleich HCM(!)

Die Erkrankung entwickelt sich sehr langsam. Katzen, die an HCM erkranken, sind in den ersten sechs Lebensmonaten häufig völlig symptomfrei und nicht diagnostizierbar. Es kann mehrere Jahre dauern, bevor man eine HCM mit Sicherheit feststellen kann.

Symptome:
- Herzgeräusche
- beschleunigte Herzfrequenz
- erhöhte Atemfrequenz
- Maulatmung/Hecheln
- weniger Belastbarkeit/vermindertes Spielverhalten
- bläuliche Verfärbung der Schleimhäute
- Apathie
- Lungenödeme
- Lahmheiten/Lähmungen der hinteren Extremitäten, aufgrund von mangelnder Durchblutung bilden sich Blutgerinsel (Thromben)

Diagnostik:
Die Echokardiographie gehört zum Standart der Diagnostik. Dabei wird die Dicke der Herzwand gemessen und die Funktion des Herzens beurteilt. Als weiteres diagnostisches Mittel wird das Röntgenbild eingesetzt. Hier erhält man einen Überblick ob sich auch Flüssigkeit in der Lunge befindet. Blutuntersuchungen werden durchgeführt um eine andere Primärerkrankung auszuschließen, denn nicht jede HCM ist eine genetische HCM (primäre HCM). Es gibt die sekundäre HCM, sie tritt meistens bei älteren Katzen auf und ist durch eine Vorerkrankung bedingt.

Therapie:
Eine HCM ist nicht heilbar, dass muss einfach vorab gesagt werden. Wird eine HCM frühzeitig erkannt, kann sie jedoch durch Behandlungen und Kontrollen so therapiert werden, dass die Katze noch viele Jahre leben kann. Entscheidend ist natürlich nicht nur wie dick die Herzwand verdickt ist, sondern ob schon Wassereinlagerungen oder Thromben vorhanden sind, damit verschlechtert sich die Prognose natürlich.

Vorsorge:

Eine 100% ige Sicherheit wird es nie geben. Der Goldstandart in der Vorsorge ist noch immer der HCM-Schall, welcher in regelmäßigen Abständen erfolgen sollte. Es gibt ein Zuchtprogramm Pawpeds welches im Jahr 2000 gegründet worden ist. Hier werden Testergebnisse veröffentlich, sofern sie von zertifizierten Kardiologen durchgeführt worden sind. Durch dieses Zuchtprogramm und den weltweiten Einsatz der Züchter, konnte man einen signifikanten Rückgang der HCM feststellen. Dennoch!!! Ein einmaliger Schall ist nicht aussagekräftig! Dieser erfolgt meistens in einem Alter von einem Jahr, also bevor die Katzen zur Zucht eingesetzt werden. Es geht hier nicht nur um die HCM, sondern auch um andere Herzerkrankungen die vorliegen könnten und ein Zuchteinsatz verhindern würden.
Und eine kleine Anmerkung: Er ist in dem Alter keine Vorschrift vom Verein! Es hat nichts mit einer Zuchtzulassung zu tun!
Man weis das heute, dass ein negatives Schallergebnis im Alter von 3-4 Jahren schon sehr aussagekräftig ist. Ebenso ist es bedeutend wieviele Tiere aus einer Linie negativ in diesen Alter geschallt worden sind.
Für einige Rassen, die Betonung liegt auf einige Rassen, konnten bestimmte Gentest erforscht werden, welche auch zur Verfügung stehen.
Meine persönliche Meinung:
Diese Gentest sind immer mit einer gewissen Skepsis zu betrachten, da man weis, dass es viele Gene für die primäre HCM gibt. Es bedeutet also nicht, dass eine Katze die genetisch auf ein HCM-Gen negativ getestet worden ist, nicht auch ein anderes tragen kann, welches widerum zur primären HCM führen könnte. Wenn es nämlich so einfach wäre, hätten wir diese Erkrankung bei den jeweiligen Rassen längst eliminiert.